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NR Josef Lettenbichler wird die Unterschriften an das Nationalratspräsidium übergeben

Wie geht es für uns Patienten weiter? Diese Frage wurde in der Wildschönau in den letzten 14 Tagen oft gestellt. Das drohende Aus der bestehenden Hausapotheken bei den zwei Landärzten durch die Ansiedelung einer Apotheke in Niederau könnte auch das Aus der Arztpraxen zur Folge haben. Zwei Drittel der Wildschönauer haben sich jetzt bei einer Bürgerinitiative für den Erhalt der Hausapotheken ausgesprochen. Gefordert wird die Novelle des Apothekengesetzes.

„Wir sind nicht gegen eine Apotheke. Aber wir brauchen unsere Landärzte und damit auch deren Hausapotheken“, sagt Bürgermeister Rainer Silberberger. NR Josef Lettenbichler und LAbg. Bettina Ellinger wollen das Thema politisch weiter verfolgen. „Schon nächste Woche werden die Unterschriften an das Nationalratspräsidium übergeben“, sagt NR Lettenbichler. Er will sich für ein Maßnahmenpaket zur landärztlichen Versorgung einsetzen. „Die Hausapotheken sind ein Teil eines größeren Problems. Wir finden keine Nachfolger mehr für die Landarztpraxen. Zwei Drittel der heimischen Ärzte gehen in den nächsten Jahren in Pension. Die Versorgung ist in Gefahr. Unsere Aufgabe ist es, den Beruf des Landarztes attraktiv zu halten“, so Lettenbichler. LAbg. Bettina Ellinger verweist auf die Situation in der Wildschönau: „Es sind auch mehrere wohnortnahe Arbeitsplätze in Gefahr. Die Wochenendversorgung kann nicht mehr lückenlos garantiert werden. Bis zu 50 Kilometer müssen die Thierbacher oder Auffacher bis zur nächsten Apotheke fahren. Das ist vor allem für ältere Patienten problematisch.“

 

Der Initiator der Bürgerinitiative, Dr. Richard Lanner, freut sich über die rege Teilnahme durch die örtliche Bevölkerung. „Wenn uns jetzt die Politik nicht unterstützt, dann ist alles Schall und Rauch. Wenn zwei Drittel der Wahlberechtigten unterschreiben, sieht man, dass das Thema unter den Nägeln brennt“, sagt Lanner. Er sieht auch ein weiteres Problem auf die Wildschönau zusteuern: „Der Sprengeldienst ist für zwei Ärzte eine enorme Herausforderung. Diese Baustelle ist akut.“

 

Forum Land-Obmann Georg Keuschnigg kennt die Problemstellungen schon seit längerem. „Die Wildschönau ist kein Einzelfall. Betroffen sind vor allem periphere Landgemeinden. Aber genau auf die Gemeinden darf man das Problem nicht abschieben. Wir fordern daher auch den Hauptverband der Sozialversicherungsträger auf, dass sie in solchen Fällen Mittel zur Verfügung stellen. Wir müssen eine wohnortnahe medizinische und medikamentöse Versorgung der Bürgerinnen und Bürger  sicherstellen“, sagt Keuschnigg. Er berichtet von einem aktuellen Urteil des europäischen Gerichtshofes. „Der Gebietsschutz für Apotheken ist aufgehoben worden. Damit muss auch bei uns das Gesetz novelliert werden. Wir fordern, dass bestehende Hausapotheken auf Dauer erhalten bleiben“, meint der Forum Land-Vertreter.